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Georg Washington Carnack 

Im August 1896 läßt ein Goldsucher, Jäger,
Trapper und Abenteurer, George Washington
Carmack, in Fortymile, einer
Goldgräbersiedlung im kanadischen Yukon
Territorium 3 Schürfgebiete eintragen.
Die Claims liegen am Rabbit Creek, dann
Bonanza Creek genannt.

Am 17. August hat er, mit seinen indianischen
Verwanden und Schwager Tagish Charlie
(in manchen Quellen auch Charlie Dawson
genannt) und Skookum Jim, Gold am
Rabbit Creek, einem Zufluß des
Klondike River entdeckt.


Bis dahin war sein streben Häuptling zu werden. Auf der Suche nach Gold
soll er einen Hinweis von Robert Henderson nachgegangen sein. Er
hatte aber mehr zufällig beim fischen das Gold entdeckt.
In einen Saloon in Fortymile verrät er es.
Nur wenige Stunden nach Carmacks Ankunft ist die Stadt Fortymile fast
eine Geisterstadt. Zu Fuß, in Booten, beladen mit Schürfwerkzeugen,
paddeln und rennen die Männer in Richtung Klondik.
Nach tagelangen Gewaltmärschen erreicht die goldgierige Meute den Klondike
River. Wo immer die Männer dort Goldstaub und Nuggets finden, stecken sie
Claims ab.

Nach ein paar Tagen kehren die Goldsucher wieder nach Fortymile zurück.
Sie rüsten sich aus für einen langen Winter in der Wildnis und kehren an
den Klondike zurück. Diesmal noch schwerer beladen mit Proviant und
Gerät.

Die Digger, die in diesem Winter 1896/97 an den Bachläufen des Yukon
schürften, tauen als erstes den beinhart gefrorenen Grund mit Feuern auf.
Bei Temperaturen von oft minus 40 Grad graben sie bis zu 15 Meter Tiefe
Gruben, bis sie auf die Gold führenden Schichten über dem Fels stoßen. Den
goldhaltigen Kies, der dort unten liegt, werfen sie anschließend zu hohen
Hügeln auf.
Im folgenden Frühjahr werden sie ihn mit Pfannen im Bach auswaschen.

                             

Digger

                             

Am 14. Juli 1897 gegen 12.00 Uhr legte der Dampfer "Steamer - Alki" aus
Alaska kommend, an der Pier im Hafen von San Francisco an. Es waren etwa
30 Goldsucher am Bord.
Zerlumpte, ausgezehrte Männer erregen Aufsehen, wie sie schwere Säcke
Kisten und Behälter ausladen.

Im nächsten Saloon leeren diese Männer die Behälter auf der Theke.

Ein Aufschrei geht durch die Zuschauer: "Gold Gold Gold"

Die Goldsucher bringen Gold im Wert von ca. 500.000 $ in die Stadt.

In Seattle hat sich ähnliches zugetragen.
Am 17. Juli 1897 gegen 06.00 Uhr legt ein Dampfer an dem Schwabacher
Dock von Seattle an.
Von den 68 Passagieren sind etwa 40 Goldsucher, sie haben für ca. 1.000.000 $
Gold dabei.

Etwa 10.000 aus Seattle beschlossen sofort ihr Glück auf den Goldfeldern zu
suchen.

Es gab Gerüchte über einen Goldfund in Norden und Zeitungsartikel in
unterschiedlichen Zeitungen. Es wurde von sehr viel Gold,
" so häufig wie Sägemehl" im Klondykgebiet berichtet.
Diese Nachrichten stießen auf sehr viel Skepsis bis zur Ankunft der ersten
Schiffe.

Die Tages - Zeitung in Seattle berichtete in einer großen Anzeige. Durch
andere Zeitungen an der Westküste der USA und durch den Telegraph
verbreitet sich die Nachricht.
Es dauert keine Woche, da hat das Goldfieber die gesamte Westküste
Amerikas ergriffen.
Sehr schnell eilt die Nachricht vom großen Fund durch ganz Amerika, springt
über nach Europa, Asien, Australien.
Deutsche, Norweger, Holländer, Italiener, Chinesen, Japaner, 100.000 Männer
folgen dem Lockruf des Goldes an den Klondyk.
Väter verlassen Hals über Kopf ihre Familien, und selbst der
Bürgermeister von Seattle besteigt das nächste Schiff nach der noch kleinen
Goldsuchersiedlung Skagway - Alaska.

Seattle wird für viele Goldsucher die Stadt, wo sie ihre Ausrüstung und ihren
Proviant kaufen. Das Material um die Siedlungen auszubauen und neue
Docks in Skagway zu bauen, wurde von hier aus nach Norden gebracht.
Tausende strömen aus den weiten Umland auf der Suche nach Arbeit in die
Stadt. Das Gaststätten und Hotelgewerbe blühte auf. Die Bevölkerung des
Ortes stieg bis 1890 auf 42.000, bis 1898 auf 60.000 Einwohner.
Die Stadt wurde zum regionalen und internationalen Handelszentrum im
Norden der USA.

Es führten mehrere Wege an den Klondike.
Der schnelle Weg zum Gold, führt geradenwegs in die Wildnis und für
viele in den Tod.

Karte

Von San Francisco oder Seattle aus
beginnt der Weg die Küste entlang mit
kleinen Schiffen und Boten bis nach
Skagway dann müssen die Goldsucher
das verschneite Gebirge überwinden.
Von Skagway über den White Paß, oder
von Dyea und dann über den
Chilkoot Paß.
Die beiden Pfade winden sich durch das
zerklüftete und schneebeladene
Küstengebirge bis hoch zu den
langgestreckten Seen Lake Bennet und
Lake Lindeman. Aus ihnen entspringt
der mächtige Yukon River.
Viele kommen in Schneestürmen
ums Leben.

Auf den beiden Passhöhen befindet sich die
Grenze zwischen den USA und Kanada.
Die Royal Canadian Mounted Police ließ
damals nur diejenigen passieren, die eine
Tonne an Lebensmitteln und Ausrüstung
mit sich führten.
Wer sich keine Träger leisten konnte,
musste den Weg mehrmals gehen, um die
Ausrüstung in eines der Lager am Bennett
Lake zu schaffen.

Der weniger beschwerlichere aber längere und teure Weg geht mit kleinen
Dampfboten in den 2 - 3 Eis freien Monaten die Küste hinauf bis zur Mündung des
Yukon in die Bering See, dann über den Yukon zur Mündung des Klondik
und der Goldgräberstadt Dowson.

Damals, im Sommer und Herbst 1897, ist Skagway das Ziel derjenigen, die
sich Pferde, Maultiere, Esel, Ochsen, Ziegen oder Hunde leisten können, denn
nach einem Gerücht könne man den Paß mit Tragtieren überqueren.
Die Tiere versinken im Schnee, brechen sich die Knöchel, ersaufen in den
eiskalten Flüssen oder bleiben gestürzt mit zerschmettertem Knochen in den
tückischen Felsspalten liegen, verlassen von ihren Besitzern.
Vielen ist ihr Tragtier noch nicht einmal eine Patrone wert.

                            

Weg nach Skagway

                                           

                          

Quelle: Udo Tschimmel , Marcel v. Matthey, Murray Lundberg, ...

              

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